Flavity Initiative zum Schutz der Anbietervielfalt im Internet – Kunden brauchen mehr Wettbewerb und sollten ihn fördern

Die Erwartungen an das Internet in den 90er Jahren waren enorm. Das Internet revolutioniert die Weltwirtschaft. Es verändert wie Menschen kommunizieren, Informationen austauschen. Das Internet schüttelt etablierte Branchen und deren Geschäftsmodelle kräftig durch. Vor allem aber – so die Erwartung – ermöglicht es das Internet vielen kleinen Unternehmern selbst mit großen auf Augenhöhe zu konkurrieren und schafft so viel Konkurrenz auch in etablierten und eher oligopolistischen Märkten. Das Motto lautete: Economies of Scale do not matter | Unternehmens-Größe ist egal! Was für eine großartige Revolution…

Wettbewerb ist gut. Mehr Wettbewerb ist besser. Mehr Wettbewerb sogt dafür, dass die Unternehmen weniger Gewinne abschöpfen können und gleichzeitig gezwungen sind, ihre Angebote fortlaufend zu verbessern. Das ist gut für den Kunden, weil eine bestehende Leistung so immer günstiger wird oder der Kunde fürs gleiche Geld immer mehr Leistung einkaufen kann.

Es stimmt, dass das Internet bestehende Branchen wach gerüttelt hat, zum Beispiel die Musik-, Verlags- und Medienwirtschaft. Die Kunden bekommen heute ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als früher, auch wenn die Verlage und Künstler dies lange zu verhindern versucht haben. Bestehende Anbieter verdienen heute weniger, zu Gunsten neuer Internet-Anbieter und der Konsumenten, die weniger zahlen. Diese Erwartung hat sich erfüllt. Haken dran.

Aber wird das auch so bleiben? Wie steht es um die unternehmerische Anbietervielfalt im Internet? Sprich wer rüttelt bestehende „Bricks & Morter“ Branchen wach, transferiert Gewinne von dort in Richtung Internetanbieter und Kunde? Die Internetwirtschaft wird dominiert von wenigen riesigen Anbietern und erfüllt alle Kriterien für ein starkes Oligopol. Wie steht es also um den so wichtigen Wettbewerb in der Internetwirtschaft: Schlecht bis sehr schlecht.

Die Entwicklung, die sich in unterschiedlichen Branchen abzeichnet ist immer die gleiche: Anfänglich starke Konkurrenz durch viele konkurrierende Start-Ups wird in wenigen Jahren überführt in eine oligopolistische Marktstruktur. Die übrig bleibenden Konkurrenten werden immer größer und ihre Marktmacht steigt exponentiell. Marktmacht ist Gift für den Wettbewerb. Weniger Wettbewerb führt mittelfristig zu überhöhten Preisen und erlaubt Unternehmen überzogene Gewinne zu lasten ihrer Kunden zu erwirtschaften. Außerdem sind Unternehmen, die derartige Gewinne abschöpfen, wenig innovativ.

Die Internetwirtschaft wird heute dominiert  von sehr wenigen Unternehmens-Riesen: Google, Amazon, Facebook und vielleicht noch Alibaba. Diese Unterenehmen zeigen: Scale matters more then ever | Größe ist in der Internetwirtschaft wichtiger als jemals zuvor!

Die behördlichen Wettbewerbshüter greifen erst ein, wenn ein Missbrauch bereits stattgefunden hat. Also wenn Unternehmen sich in Kartellen zusammentun oder wenn sie eine marktbeherschende Stellung ausnutzen zum Abschöpfen von Monopolgewinnen. Einen derartigen juristischen Nachweis zu führen ist langwierig und erst möglich, wenn die Konsumenten bereits lange Zeit überzogene Preise zahlen mussten.

Viel einfacher geht es anders: Es braucht Anbieter, die in einer Nische ein konkurrenzfähiges Produkt anbieten und es braucht Kunden, die bereit sind, auch auf Marktplätzen außerhalb der Big 4 einzukaufen.

to be continued…Sarah Wolff

Flavity hat 50 Haushalte gefragt…

Was ist ihnen bei ihrer Reinigungskraft besonders wichtig?

  1. Gründlichkeit
  2. Pünktlichkeit
  3. Höflichkeit
  4. Angenehmes Äußeres
  5. Hilfsbereitschaft
  6. Gute Sprachkenntnisse

Unabhängig von den obigen Punkten nannten alle Befragten Vertrauen als Grundvoraussetzung für ein Engagement. Ebenso sind die Mehrheit der Teilnehmer an einer legalen Beschäftigung ihrer Reinigungskraft interessiert.

Teilnehmer aus München zeigen die höchste Zahlungsbereitschaft von bis zu 20 Euro pro Stunde, die geringste Zahlungsbereitschaft zeigen die Teilnehmer aus Ostdeutschland. Das überrascht nicht, da es den Lebenshaltungskosten entspricht. Im Schnitt sind Kunden bereit 15 Euro pro Stunde für eine voll versicherte Reinigungskraft zu zahlen.

Über 50% der Befragten würden ihre Reinigungskraft gerne mittels Paypal bezahlen. Diese Option werden wir daher über den Flavity Marktplatz zur Verfügung stellen. Sie wird Flavity Putz-Profis helfen, sich von Konkurrenten abzuheben.

Über 80% der befragten End-Kunden begrüßen es außerdem, wenn die Reinigungskraft eine Haftpflichtversicherung hat. Auch hier besteht die Möglichkeit der Differenzierung. Haben Putz-Profis eine Haftpflichtversicherung, wird dies auf dem Flavity Profil für (Neu-)Kunden gut sichtbar positioniert.

Flavity liebt Transparenz & Legalität: nur sie sichern faire Löhne für gute Arbeit! (2/2)

Was ist ein fairer Preis für eine haushaltsnahe Dienstleistung?

Schauen wir uns dazu zunächst an, zu welchen Stundensätzen andere freie Berufe und Gewerbetreibende fakturieren. Gut-verdienende Freiberufler stellen Stundensätzen von 125 bis 160€ pro Stunde in Rechnung. Dies gelingt zum Beispiel Unternehmensberatern oder Anbietern von Führungskräfte-Coachings. IT-Berater und gewerbetreibende Handwerker kalkulieren mit mittleren Stundenlöhnen um die 80€ pro Stunde. Kommunikationsdesigner stellen immer noch um die 50€ pro Stunde in Rechnung. Das Schlusslicht bilden freie Journalisten, welche lediglich 21€ die Stunde verrechnen.

Zum Vergleich betragen die durchschnittlichen Arbeitskosten für einen angestellten Industrie-Arbeiter in Westdeutschland runde 27€ pro Stunde. Ein angestellter Mitarbeiter verdient also weniger als ein Gewerbetreibender oder Freiberufler. Das ist auch betriebswirtschaftlich absolut sinnvoll. Freiberufler tragen schließlich das gesamte Risiko der nicht-Auslastung alleine, während dieses Risiko beim Angestellten vom Unternehmen übernommen wird. Das heißt der Angestellte wird auch bezahlt, wenn dem Arbeitgeber Aufträge fehlen, der Freiberufler oder Gewerbeteibende kann nur die tatsächlich geleisteten Stunden abrechnen. Außerdem müssen sich Selbstständige um den “Papierkram” kümmern, während dieser beim Angestellten vom Unternehmen übernommen wird.

Die obigen Dienstleister zeigen deutlich, dass Kunden durchaus bereit sind, für Dienstleistungen Löhne zu zahlen, die sehr deutlich über den heute üblichen Löhnen für Reinigungskräften liegen. Wir von Flavity sind überzeugt, dass haushaltsnahe Dienstleistungen zu Preisen um die 15-45€ pro Stunde verkauft werden können, je nach Grad der Spezialisierung und Expertise. Das geht aber eben nur, wenn die Kunden vor Beauftragung verstehen, welches Leistungspacket sie einkaufen und zu welchen Konditionen.

 

LITERATUR

Die Welt. Ausgabe vom 17.06.2012. So rechnet sich der Einsatz einer Putzfrau im Haus. Online verfügbar unter: http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article106615918/So-rechnet-sich-der-Einsatz-einer-Putzfrau-im-Haus.html (Zuletzt aufgerufen am 16. Juni 2014)

Handwerkskammer Dresden. Neuer Mindeslohn für Gebäudereiniger Handwerk. Online verfügbar unter: http://www.hwk-dresden.de/Serviceangebot/Beratung/Recht/ArbeitsundSozialrecht/Mindestlouml;hneimHandwerk/Mindestlohnfuuml;rGebauml;udereiniger/tabid/289/Default.aspx (zuletzt aufgerufen am 16. Juni 2014)

Sinn, Hans-Werner. 2005a. ifo Standpunkt Nr. 66

Sinn, Hans-Werner. 2005b. ifo Standpunkt Nr. 69

 

Flavity liebt Transparenz & Legalität: nur sie sichern faire Löhne für gute Arbeit! (1/2)

Preisbildung am Markt für haushaltsnahe Dienstleistungen

Warum zahlen Sie eigentlich genau 8.50€ pro Stunde für Ihre Haushaltshilfe? Warum zahlt Ihr Nachbar 15€ und warum zahlt ein selbständiger Kollege 35€ pro Stunde? Was ist eine Stunde putzen im Haushalt wert? Was eine Stunde putzen im Büro oder Betrieb wert?

Der Markt für Haushaltsnahe Dienstleistungen in Privathaushalten ist von immenser volkswirtschaftlicher Bedeutung schon wegen seiner schieren Größe. Betrachten wir zunächst nur die private Nachfrage.

Das Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) in Köln schätzt, dass 4 Millionen Haushalte in Deutschland eine Hilfe arbeitet. Diese Zahl steigt, da immer mehr doppelverdiener Haushalte Hilfe im Haushalt wertschätzen. Auch der demografische Wandel lässt die Nachfrage nach haushaltsnahen Dienstleistungen weiter steigen. Nebenden rund 4 Millionen Haushalten, die heute eine Hilfe illegal beschäftigen, sind weitere 234.000 Hilfen bei der Minijob-Zentrale angemeldet. Das sind zwar mehr Anmeldungen als je zuvor, aber damit arbeiten immer noch 95% der Haushaltshilfen illegal.[1]

Im Volksmund wird die Schwarzarbeit in diesem Sektor damit begründet, dass angemeldete Arbeit zu teuer ist. Die Kunden können sich demnach eine legale Haushaltshilfe nicht leisten. Stimmt das?!

Löhne ergeben sich am Markt nach dem Prinzip der Knappheit.[2] Auch die Löhne für Haushaltshilfen unterliegen diesem, wenn legal fakturiert wird. Wie steht es also um das Angebot für haushaltsnahe Dienstleistungen? … Schwer zu sagen. Es gibt kaum strukturierten Daten dazu,  wie viele Haushaltshilfen in Deutschland am Markt aktiv sind, wie diese ausgebildet sind, oder ähnliches. Auch das ist eine Folgeerscheinung der Illegalität. Diese durch die Illegalität verursachte Intransparenz ist es auch, die die niedrigen Preis für die angefragten Leistungen zementiert.
Der Käufer kann die Leistung die er einkauft vor der Beauftragung nur schwer beurteilen, darum zahlt er maximal einen Durchschnittspreis auch für gute Leistungen. Gute Anbieter verschwinden vom Markt, da sie ja maximal einen Durchschnittspreis verlangen können, es kommt zu einer Abwärtsspirale an deren Ende nur noch minimale Preise erzielt werden können.[3] Diesen Trend durchbricht Flavity! Flavity ermöglicht Endkunden, den Wert der eingekauften Leistung zu beurteilen bevor ein Vertrag zu Stande kommt. Nur so können für eine angebotene hohe Qualität entsprechend hohe Preise generiert werden. Preisbildung wie am freien Markt wird möglich.

Aber was ist ein fairer Preis für eine haushaltsnahe Dienstleistung?

… to be continued

 

 

[1] Vgl. Die Welt 2012

[2] Vgl. Sinn 2005b: 1

[3] Dieses Phänomen wurde erstmals von Akerlof in seinen Abhandlungen “Market for Lemons” am Beispiel von Gebrauchtwagen analysiert (Hidden Characteristics).

 

LITERATUR

Die Welt. Ausgabe vom 17.06.2012. So rechnet sich der Einsatz einer Putzfrau im Haus. Online verfügbar unter: http://www.welt.de/finanzen/geldanlage/article106615918/So-rechnet-sich-der-Einsatz-einer-Putzfrau-im-Haus.html (Zuletzt aufgerufen am 16. Juni 2014)

Handwerkskammer Dresden. Neuer Mindeslohn für Gebäudereiniger Handwerk. Online verfügbar unter: http://www.hwk-dresden.de/Serviceangebot/Beratung/Recht/ArbeitsundSozialrecht/Mindestlouml;hneimHandwerk/Mindestlohnfuuml;rGebauml;udereiniger/tabid/289/Default.aspx (zuletzt aufgerufen am 16. Juni 2014)

Sinn, Hans-Werner. 2005a. ifo Standpunkt Nr. 66

Sinn, Hans-Werner. 2005b. ifo Standpunkt Nr. 69